
Einnahmen & Finanzen Lesezeit: 3 Minuten
Wie viel verdient man mit einer Ferienwohnung wirklich?
Die Frage nach den möglichen Einnahmen steht für viele am Anfang, wenn sie sich mit dem Thema Ferienwohnung beschäftigen.
Lässt sich damit tatsächlich ein relevantes zusätzliches Einkommen erzielen?
Und wenn ja: In welcher Größenordnung bewegt sich dieses realistisch?
Gerade online finden sich hierzu sehr unterschiedliche Aussagen.
Sie reichen von wenigen hundert Euro im Monat bis hin zu deutlich höheren Summen.
Eine belastbare Einschätzung entsteht jedoch erst, wenn man die zugrunde liegenden Faktoren genauer betrachtet.
Dieser Artikel soll dir dabei helfen, ein realistisches Verständnis für Einnahmen, Kosten und Zusammenhänge zu entwickeln – als Grundlage für eine fundierte Entscheidung.
Wovon die Einnahmen tatsächlich abhängen
Es gibt nicht die eine typische Einnahme bei einer Ferienwohnung.
Die wirtschaftliche Entwicklung ergibt sich immer aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Lage und Nachfrage
Die Lage der Unterkunft ist einer der zentralen Einflussfaktoren.
- In touristisch stark frequentierten Regionen ist die Nachfrage in der Regel höher.
- In ländlicheren Gegenden kann die Auslastung deutlich schwanken.
- In Städten besteht oft eine hohe Konkurrenzsituation.
Entscheidend ist weniger die Bekanntheit eines Ortes als vielmehr die Frage,
ob es einen nachvollziehbaren Anlass gibt, warum Gäste genau dort übernachten möchten.
Größe und Ausstattung der Wohnung
Auch die Ausstattung und Größe der Unterkunft beeinflussen die Einnahmen erheblich.
Gut ausgestattete Wohnungen können:
- höhere Preise erzielen
- eine breitere Zielgruppe ansprechen
Zu den heute erwarteten Standards gehören unter anderem:
- eine funktionale und vollständige Küchenausstattung
- stabiles und schnelles WLAN
- eine durchdachte, angenehme Einrichtung
Achtung: Die Erwartungen der Gäste haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt!
Preis pro Nacht
Der Preis pro Nacht ist ein zentraler, aber sensibler Hebel.
Ein zu hoch angesetzter Preis kann die Buchungsrate deutlich senken,
während ein zu niedriger Preis wirtschaftliches Potenzial ungenutzt lässt.
In der Praxis entwickelt sich eine passende Preisstrategie meist erst mit der Zeit, auf Basis von:
- ersten Buchungen
- Bewertungen
- saisonalen Anpassungen
Auslastung
Neben dem Preis ist die Auslastung der entscheidende Faktor für die Gesamteinnahmen.
Eine Unterkunft, die regelmäßig gebucht wird, entwickelt sich wirtschaftlich anders als eine, die nur sporadisch belegt ist.
Einflussgrößen sind unter anderem:
- saisonale Nachfrage
- Sichtbarkeit auf Buchungsplattformen
- Qualität und Anzahl der Bewertungen
Ein realistisches Rechenbeispiel
Um eine greifbare Orientierung zu schaffen, hilft ein vereinfachtes Beispiel.
Angenommen:
- Preis pro Nacht: 60 €
- durchschnittlich 12 vermietete Nächte pro Monat
→ Monatliche Einnahmen: 720 €
Davon sind jedoch verschiedene Kosten abzuziehen. Zum Beispiel:
- Reinigung
- Plattformgebühren (z. B. über Airbnb oder Booking.com)
- laufende Betriebskosten wie Strom, Wasser und Internet
- Rücklagen für Instandhaltung
In diesem Beispiel ergibt sich ein realistischer monatlicher Gewinn von:
→ ca. 400 bis 500 €
Diese Zahlen dienen lediglich als Orientierung, verdeutlichen jedoch eine typische Größenordnung, insbesondere in der Anfangsphase.
Typische Kosten, die häufig unterschätzt werden
Ein häufiger Fehler bei der Planung liegt darin, die Einnahmen in den Vordergrund zu stellen und die laufenden Kosten zu knapp zu kalkulieren.
Laufende Betriebskosten
Hierzu zählen unter anderem:
- Strom und Wasser
- Internet
- Verbrauchsmaterialien
- Wäsche
Diese Positionen erscheinen einzeln betrachtet gering, summieren sich jedoch kontinuierlich.
Reinigung
Die Reinigung stellt einen wesentlichen Kosten- und Zeitfaktor dar.
Je nach Organisation:
- Eigenleistung → zeitlicher Aufwand
- externe Reinigung → zusätzliche Kosten
Gerade bei begrenzter Zeit kann eine externe Lösung sinnvoll sein, wirkt sich jedoch direkt auf die Rentabilität aus.
Plattformgebühren
Die Nutzung von Buchungsplattformen bringt Reichweite, ist jedoch mit Gebühren verbunden.
Diese liegen je nach Plattform und Modell bei einem prozentualen Anteil der Buchungssumme und sollten in jeder Kalkulation berücksichtigt werden.
Rücklagen für Instandhaltung
Ein oft vernachlässigter Punkt ist die Bildung von Rücklagen.
Dazu gehören:
- kleinere Reparaturen
- Ersatz von Möbeln
- allgemeine Instandhaltung
Langfristig trägt dieser Punkt wesentlich zur Stabilität des Modells bei.
Warum die ersten Monate selten repräsentativ sind
Ein Aspekt, der in vielen Darstellungen zu kurz kommt:
Die Anfangsphase bildet selten die langfristige Entwicklung ab.
Zu Beginn fehlen in der Regel:
- Bewertungen
- Sichtbarkeit
- Erfahrungswerte in der Preisgestaltung
Das führt häufig zu:
- geringerer Auslastung
- vorsichtig gewählten Preisen
Mit zunehmender Erfahrung und wachsender Anzahl an Bewertungen verbessert sich die Situation in vielen Fällen deutlich.
Einnahmen im Verhältnis zum Aufwand
Neben der absoluten Höhe der Einnahmen ist eine weitere Frage entscheidend:
In welchem Verhältnis steht der Ertrag zum investierten Aufwand?
Ein monatlicher Gewinn von beispielsweise 300 bis 500 € kann sinnvoll sein –
insbesondere dann, wenn sich der Aufwand gut in den Alltag integrieren lässt.
Wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind:
- Wie viel Zeit investiere ich regelmäßig?
- Wie planbar ist der Aufwand?
- Passt dieses Modell langfristig zu meinem Alltag?
Gerade für Familien ist diese Betrachtung häufig entscheidender als die reine Einnahmenhöhe.
Fazit: Wie realistisch sind Einnahmen mit einer Ferienwohnung?
Eine Ferienwohnung kann ein solides zusätzliches Einkommen darstellen.
In vielen Fällen bewegt sich der monatliche Gewinn:
→ im Bereich von einigen hundert Euro
→ mit Entwicklungspotenzial bei wachsender Erfahrung und optimierten Abläufen
Entscheidend ist jedoch weniger die absolute Höhe, sondern:
- eine realistische Planung
- ein bewusster Umgang mit Kosten
- und die Frage, ob sich das Modell sinnvoll in den eigenen Alltag integrieren lässt
Erst im Zusammenspiel dieser Faktoren wird aus einer Idee ein tragfähiges zweites Standbein.