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Die versteckten Kosten einer Ferienwohnung – womit fast niemand am Anfang rechnet

Wer zum ersten Mal darüber nachdenkt, eine Ferienwohnung zu vermieten, beschäftigt sich meist mit einer Frage:

„Wie viel kann ich damit verdienen?“

Das können wir gut nachvollziehen. Auch wir haben uns diese Frage gestellt, als wir mit unserer ersten Ferienwohnung gestartet sind. Damals hatten wir zwei kleine Kinder, jonglierten zwischen Familienalltag, Beruf und Möbelaufbau und träumten davon, uns mit der Kurzzeitvermietung ein zusätzliches Einkommen aufzubauen.

Natürlich haben wir die großen Kosten einkalkuliert – Möbel, Küche, Ausstattung und Dekoration. Doch worauf uns damals niemand vorbereitet hat, waren die vielen kleinen Ausgaben, die Monat für Monat dazugehören.

Keine einzelne davon bringt das Projekt ins Wanken. Doch zusammen entscheiden sie darüber, ob sich eine Ferienwohnung wirklich lohnt.

Genau deshalb möchten wir in diesem Artikel einen ehrlichen Blick auf die Kosten werfen, über die nur selten gesprochen wird.

1. Strom – mehr als nur Licht und Steckdosen

Der Stromverbrauch einer Ferienwohnung ist meist höher als viele Gastgeber vermuten.

Gäste befinden sich im Urlaub. Sie verbringen mehr Zeit in der Unterkunft, kochen häufiger, nutzen den Fernseher, laden mehrere Geräte gleichzeitig auf oder lassen das Licht einfach einmal länger eingeschaltet.

Gerade in den Wintermonaten kommen Heizung, zusätzliche Beleuchtung oder elektrische Geräte hinzu.

Unser Tipp: Kalkuliere die Stromkosten lieber etwas großzügiger. Es ist angenehmer, am Ende positiv überrascht zu werden, als jeden Monat nachrechnen zu müssen.


2. Internet – heute keine Extras mehr

Vor einigen Jahren war WLAN ein netter Bonus.

Heute gehört schnelles Internet zu den Dingen, die Gäste ganz selbstverständlich erwarten.

Ob Serien streamen, Ausflüge planen oder im Homeoffice arbeiten – eine stabile Internetverbindung ist inzwischen fast genauso wichtig wie ein bequemes Bett.

Die monatlichen Kosten wirken zunächst überschaubar, summieren sich über das Jahr aber zu einem festen Bestandteil deiner Ausgaben.

An diesem Punkt zu sparen, lohnt sich aus unserer Erfahrung nicht.


3. Bettwäsche und Handtücher – ein echter Verschleißposten

Als Familie kennen wir Wäscheberge ohnehin nur zu gut.

Mit einer Ferienwohnung kommt noch einmal ein ganzes Stück Arbeit dazu.

Nach jedem Gästewechsel werden Bettwäsche und Handtücher gewaschen, getrocknet, zusammengelegt und wieder vorbereitet. Mit der Zeit entstehen Flecken, Spannbettlaken verlieren ihre Form und Handtücher werden dünner.

Deshalb solltest du nicht nur genügend Garnituren besitzen, sondern auch regelmäßig Geld für Ersatz einplanen.

Diese Kosten werden am Anfang oft übersehen, gehören langfristig aber einfach dazu.


4. Reinigungsmittel – viele kleine Beträge ergeben eine große Summe

Ein Glasreiniger kostet nur wenige Euro.

Spülmaschinentabs ebenfalls.

Toilettenpapier, Müllbeutel, Waschmittel oder Seife fallen beim Einkauf kaum auf.

Doch genau diese vielen Kleinigkeiten summieren sich Monat für Monat.

Zu den typischen Verbrauchsmaterialien gehören unter anderem:

  • Toilettenpapier
  • Küchenrolle
  • Spülmittel
  • Müllbeutel
  • Waschmittel
  • Geschirrspültabs
  • Schwämme
  • Desinfektionsmittel
  • Seife
  • Kaffee und Tee für die Gäste

Für Gäste sind diese Dinge selbstverständlich. Als Gastgeber solltest du sie deshalb immer im Blick behalten.


5. Reinigung – Zeit ist ebenfalls ein Kostenfaktor

Viele rechnen bei der Reinigung nur mit Geld.

Wir haben schnell gelernt, dass Zeit mindestens genauso wertvoll ist.

Gerade mit kleinen Kindern überlegen wir genau, wie wir unsere Wochenenden verbringen möchten. Eine gründliche Endreinigung dauert je nach Unterkunft schnell zwei bis drei Stunden.

Diese Zeit fehlt dann beim Familienausflug, auf dem Spielplatz oder einfach beim gemeinsamen Eisessen.

Natürlich kann man eine Reinigungsfirma beauftragen. Dann entstehen direkte Kosten. Übernimmt man die Reinigung selbst, bezahlt man mit der eigenen Zeit.

Beides sollte in die Kalkulation einfließen.


6. Instandhaltung – irgendwann geht immer etwas kaputt

Eine Ferienwohnung wird deutlich intensiver genutzt als die eigene Wohnung.

Deshalb gehören Reparaturen einfach dazu.

Mal muss eine Kaffeemaschine ersetzt werden.

Dann ist plötzlich eine Lampe defekt.

Oder eine Pfanne hat nach vielen Gästen ihre besten Tage hinter sich.

Wir sagen inzwischen manchmal scherzhaft, dass der Baumarkt fast zu unserem zweiten Zuhause geworden ist.

Solche Ausgaben gehören dazu und sollten keine Überraschung sein.

Unser Rat: Lege jeden Monat einen festen Betrag für Reparaturen und Neuanschaffungen zurück.


7. Versicherungen – hoffentlich nie nötig, aber unverzichtbar

Versicherungen gehören wahrscheinlich zu den Ausgaben, über die man sich am wenigsten freut.

Trotzdem geben sie Sicherheit.

Je nach Unterkunft können beispielsweise sinnvoll sein:

  • Hausratversicherung
  • Gebäudeversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Vermieter-Rechtsschutz

Welche Absicherung für dich die richtige ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Für uns gilt: Lieber gut abgesichert sein und die Versicherung nie brauchen, als im Ernstfall hohe Kosten selbst tragen zu müssen.


8. Plattformgebühren – oft übersehen

Wer über Airbnb oder Booking.com vermietet, erhält nicht den vollständigen Buchungsbetrag ausgezahlt.

Ein Teil geht an die jeweilige Plattform.

Gerade am Anfang übersieht man diese Gebühren leicht, weil sie automatisch abgezogen werden.

Plane sie deshalb von Anfang an in deine Preisgestaltung ein.


9. Kleine Aufmerksamkeiten für Gäste

Wir freuen uns selbst immer, wenn wir in einer Ferienwohnung liebevolle Kleinigkeiten entdecken.

Deshalb stellen auch wir unseren Gästen gerne Kaffee, Tee oder eine kleine Aufmerksamkeit bereit.

Diese Extras kosten nicht viel.

Sie sorgen aber oft für einen besonders guten ersten Eindruck und werden erstaunlich häufig in Bewertungen erwähnt.

Auch diese kleinen Ausgaben gehören langfristig zur Kalkulation.


10. Die wichtigste Kostenposition: Rücklagen

Wenn wir heute auf unsere ersten Jahre als Gastgeber zurückblicken, würden wir wahrscheinlich genau diesen Punkt noch stärker betonen.

Es wird immer ungeplante Ausgaben geben.

Eine Waschmaschine geht kaputt.

Der Kühlschrank streikt.

Oder plötzlich muss eine komplette Matratze ersetzt werden.

Wer dann keine Rücklagen gebildet hat, gerät schnell unter Druck.

Wir legen deshalb einen Teil jeder Buchung bewusst zurück. Das sorgt nicht nur für finanzielle Sicherheit, sondern auch für ein deutlich entspannteres Gefühl.

Unser wichtigstes Learning als Familie

Unsere Ferienwohnung sollte nie bedeuten, dass wir ständig finanziellen Stress haben oder jede Ausgabe hinterfragen müssen.

Im Gegenteil.

Sie sollte uns mehr Freiheit ermöglichen.

Deshalb kalkulieren wir lieber vorsichtig als zu optimistisch.

Wenn am Ende des Monats mehr übrig bleibt als gedacht, freuen wir uns umso mehr. Bleibt einmal etwas weniger, bringt uns das nicht aus der Ruhe.

Gerade als Familie hat uns diese Herangehensweise geholfen, die Kurzzeitvermietung langfristig erfolgreich und gleichzeitig entspannt zu betreiben.

Fazit: Gute Gastgeber rechnen nicht nur mit Einnahmen

Eine Ferienwohnung kann ein wunderbares Zusatzeinkommen sein. Daran glauben wir heute mehr denn je.

Doch zu einer erfolgreichen Kurzzeitvermietung gehören nicht nur hohe Auslastung und gute Bewertungen. Genauso wichtig ist eine ehrliche und realistische Kalkulation.

Strom, Internet, Bettwäsche, Reinigungsmittel, Versicherungen oder kleine Reparaturen wirken einzeln oft unbedeutend. Zusammengenommen entscheiden sie jedoch darüber, wie rentabel deine Ferienwohnung am Ende wirklich ist.

Wenn wir einen Rat an unser früheres Ich geben könnten, wäre es dieser:

Plane nicht nur deine Einnahmen – plane auch alle kleinen Ausgaben.

Denn genau das sorgt dafür, dass die Kurzzeitvermietung langfristig Spaß macht und sich gut mit dem Familienleben vereinbaren lässt.

Für uns war das einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einem zusätzlichen Einkommen, das nicht nur wirtschaftlich funktioniert, sondern auch zu unserem Alltag als Familie passt.